Ginkgo biloba Wirkungen

Wie schützt Ginkgo unsere Nervenzellen?
heilpflanze
Während sich Wissenschaftler früher auf die Erforschung der Durchblutungssteigerung von Ginkgo biloba Blätter-Extrakt konzentrierten, steht heute die Erforschung der Ginkgo Wirksamkeit auf die Gehirnzellen im Mittelpunkt. Ginkgo biloba wirkt im Gehirn – das hat den Ginkgo biloba Extrakt berühmt gemacht.

Die Inhaltsstoffe von Ginkgo biloba für die eine medizinische Wirkung entdeckt werden konnten sind die Flavonoide (Flavonglykoside), und die Terpenlactone (die Ginkgolide A, B und C und das Bilabolid). Ihnen wird eine maßgebliche Beteiligung an den Ginkgo Wirkungen zugesprochen.

Als Ginkgo Wirkungen kennt man die:

  • Neuroprotektion, sprich den Schutz (Protektion) von Nervenzellen des Gehirns (Neurone).
  • Verbesserung von Gedächtnis und Lernen
  • Förderung der Neurotransmission. Diese Übermittlung von Information im Gehirn geschieht durch chemische Botenstoffe (Neurotransmitter), die Botschaften von einer Nervenzelle zur nächsten schicken.
  • Förderung der Durchblutung, speziell der Durchblutung kleinster Gefäße und Verbesserung der Fliesseigenschaften vom Blut.

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Ginkgo als Antioxidans und PAF-Antagonist

Sowohl die Steigerung der Durchblutung als auch der Schutz von Gehirnzellen beruht auf zwei Ginkgo Wirkungsmechanismen.

Als Antioxidans vermag Ginkgo biloba im Körper freie Radikale abzufangen. Diese Sauerstoffradikale führen oft zur Gefäßschädigung und zu Schäden an Zellmembranen. So kann Ginkgo biloba Extrakt die Gefäßwände schützen und für eine gute Regulation der Durchblutung sorgen und verhindert Thrombosen (Blutgerinnsel die Gefäße verstopfen können). Speziell die Flavonoide im Ginkgo Extrakt haben diese antioxidativen Eigenschaften.

Ginkgo-Extrakt als PAF-Antagonist erklärt die Durchblutungsförderung und die Verbesserung des Blutflusses. PAF ist der Plättchen Aktivierende Faktor, der die Blutgefäße weit stellt und zu Blutplättchenansammlung und Entzündungsreaktion in den Gefäßen führt. Wie weit dieser PAF-Antagonismus jedoch entscheiden für die Ginkgo Wirkung ist, ist den Wissenschaftlern unklar geblieben. Man konnte die Wirkung von Ginkgo biloba über diese beiden Wirkmechanismen einfach nicht ausreichend erklären.

Die Ginkgo biloba Wirkung auf unsere Gene

Warum also schützt der Ginkgo-Extrakt unser Gehirn, speziell das Gehirn von Alzheimer-Kranken und Menschen nach einem Schlaganfall? Die Wissenschaft untersuchte das Bilabolid genauer, da dem Bilabolid viel eher die Neuroprotektion (Schutz des Gehirns vor Abbau) zugeschrieben wird als den anderen Inhaltsstoffen von Ginkgo biloba Blätter-Extrakt.

In neuen Studien kam man darauf, dass die Inhaltsstoffe von Ginkgo biloba die Regulation von Genen direkt beeinflussen kann, und zwar von mindestens 155 verschiedenen Genen!

Eine bedeutende Rolle spielt der stabilisierende Einfluss vom Ginkgo biloba Extrakt auf die Mitochondrien, die Energieproduzenten, kleine Kraftwerke in unseren Zellen. Bei der Alzheimer Krankheit kommt es zu einer Funktionsstörung der Mitochondrien über das beta-Amyloid. Dieser Abbauprozess kann anscheinend durch Ginkgo biloba Extrakt ausgebremst werden.

Nach einem Schlaganfall ist die Sauerstoffversorgung im Gehirn vermindert. Nimmt der Betroffene Ginkgo biloba Extrakt ein, so kann das Gehirn den Sauerstoffmangel besser tolerieren. Die Reparatur von Gehirnzellen kann beschleunigt werden, zerstörtes Gehirngewebe kann rascher beseitigt werden und Wasseransammlungen (Ödeme) im Gehirn können schneller abgebaut werden.

Insgesamt wird die Sauerstoffaufnahme und die Verwertung von Blutzucker im Gehirn durch Ginkgo biloba Extrakt gesteigert.

Ein weiterer wichtiger Ginkgo Wirkungsmechanismus bei Demenz ist die Erhöhung von „Cholin“, einem Botenstoff im Gehirn der bei Demenz stark verringert ist. Cholin ist für die geistige Fitness und Leistungsfähigkeit zuständig. Ginkgo biloba kann ein „cholinerges Defizit“ anscheinend verbessern.

Zudem werden spezifische Reparaturmechanismen für Rezeptoren an Gehirnzellen vermutet. Diese Rezeptoren sorgen dafür dass Botenstoffe (Neurotransmitter) von Gehirnzellen gut aufgenommen werden. Im Alter sinkt langsam die Zahl dieser Rezeptoren. Ginkgo biloba Extrakt scheint diesen natürlichen Rezeptoren Abbauprozess zu verhindern, so dass Botenstoffe im Gehirn weiterhin voll zum Zuge kommen.

Geschrieben von © Morgana Hack, Ärztin