Nebenwirkungen von Ginkgo-Präparaten

Über die Risiken des Ginkgo-Extrakts

Wie jedes Medikament hat auch Ginkgo biloba-Blätter-Extrakt als pflanzliches Arzneimittel mögliche Nebenwirkungen – aber wie es bei den meisten Medikamenten auf natürlicher Basis der Fall ist, sind diese im Vergleich zur (chemischen) Arznei der Schulmedizin eher gering. Naturheilmittel haben eine langsame, aber sanfte Wirkung – doch gewisse Risiken birgt auch Ginkgo biloba.

Die Blätter des Ginkgobaumes enthalten giftige Ginkgolsäuren. Diese Zellgifte sind nicht nur für Menschen schädlich, sondern auch für Gift für Insekten und Keime – ein Grund dafür, dass die Pflanze in der Natur so ungestört gedeihen kann. Ginkgolsäuren sind in isolierter Form ein starkes Allergen, lösen Allergien und Hautausschläge aus, wirken krebserregend und können sogar das Erbgut schädigen. Ginkgo-Präparate sollten daher nur gekauft werden, wenn sie kontrollierten Ginkgo-Trockenextrakt enthalten. Entsprechende Produkte, bei denen der Anteil an Ginkgolsäuren auf unter 5 ppm (parts per million) reduziert ist, gibt es als pflanzliche Arzneimittel rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen. In Einzelfällen, kann es jedoch auch bei diesen Präparaten zu Nebenwirkungen kommen.

Wissenswertes

Während der Einnahme von Ginkgo biloba-Extrakt kann es sehr selten zu leichten Magen-Darmbeschwerden wie Magenschmerzen, Blähungen oder Sodbrennen kommen. Ebenso selten können Kopfschmerzen und leichte bis stärkere Schwindel auftreten.

Ferner gibt es Menschen, die überempfindlich auf den Wirkstoff reagieren. In diesem Fall kann es zu Allergien der Haut kommen, im schlimmsten Fall sogar zum allergischen Schock.

Gegenanzeigen

Menschen, die eine überempfindliche bzw. allergische Reaktion auf Ginkgo biloba-Extrakt erfahren haben, sollten Ginkgo-Präparate meiden. Weitere Kontraindikatoren stellen Schwangerschaft und Stillzeit dar, außerdem sollten Personen unter 18 Jahren auf Ginkgo verzichten, da bei diesen beiden Gruppen noch nicht wissenschaftlich erwiesen ist, dass Ginkgo biloba keine schädliche Wirkung hat.

Wechselwirkungen

Auf Packungsbeilagen von Ginkgo-Präparaten ist meist von möglichen Blutungszwischenfällen die Rede, vor allem bei Menschen, die Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen. Jüngste Untersuchung haben sich dieser Problematik angenommen und konnten den Zusammenhang nun wiederlegen. Weder seien derartige Zwischenfälle bekannt oder beobachtet worden, noch ließe sich nachweisen, dass Ginkgo biloba-Extrakt die Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten verändere. Dennoch sollte, der reinen Vorsicht halber, die Einnahme von Ginkgo-Präparaten in diesem Fall mit einem Arzt abgesprochen werden. Gleiches gilt für Patienten des seltenen Willebrand-Jürgens-Syndroms.

Nebenwirkungen bei anderen Ginkgo-Präparaten

Andere Ginkgo-Präparate wie Tees oder ginkgohaltige Nahrungsergänzungsmittel können aufgrund des unkontrollierten Gehalts an Ginkgolsäuren schädlich sein. Auch wenn diese mit niedrigen Preisen locken, sollte man beim Kauf von Gingko-Präparaten unbedingt auf höchste Qualität achten.

Die richtige Einnahme von Ginkgo-Präparaten

Weitere Nebenwirkungen können durch die richtige Dosierung vermieden werden. Bei Demenz (Link zu Ginkgo bei Demenz) wird eine tägliche Dosis von 240 mg Ginkgo biloba-Extrakt empfohlen, 120 bis 160 mg täglich bei Durchblutungsstörungen der Beine, Tinnitus oder Schwindel. In höheren Dosierungen könnte Ginkgo biloba-Extrakt zu stärkeren Nebenwirkungen führen. Bei einer amerikanischen Studie mit Versuchstieren, die einen unkontrollierten Ginkgo biloba-Extrakt in starker Überdosierung erhielten, wurde sogar Krebs ausgelöst. In normaler Dosierung und Arzneibuch-Qualität ist Ginkgo biloba-Extrakt aber nicht krebserregend – tatsächlich wurde jüngst eine krebshemmende Wirkung des Wirkstoffs beobachtet.

Geschrieben von © Morgana Hack, Ärztin