Ginkgo biloba bei Demenz

Ginkgo, ein Kraut gegen das Vergessen?
In Deutschland leiden mehr als 1,3 Millionen Menschen an Demenz. Die bekannteste Form, die Alzheimer Demenz betrifft zwei Drittel davon. Jährlich wird bei 300.000 Menschen in Deutschland die Diagnose Demenz neu gestellt wird. Vorrangig sind alte Menschen betroffen. Hätte man mit Ginkgo biloba ein „Kraut gegen das Vergessen“ gefunden, so wäre das ein gewaltiger medizinischer Durchbruch.
heilpflanze
Doch so einfach ist das nicht. Demenz kann nicht ursächlich behandelt werden – weder von der Schulmedizin, noch von der Phytotherapie. Denn Demenz ist eine „hirnorganische Leistungsstörung“ die nicht rückgängig gemacht werden kann. Man unterscheidet Alzheimer Demenz, die durch Abbau und Einlagerungen im Gehirn auftritt von vaskulärer Demenz. Diese Form der Demenz kommt durch Schäden an Blutgefäßen im Gehirn zustande, wie nach einem oder mehreren Schlaganfällen. Zu Demenz kann es ferner im Rahmen verschiedener Grundkrankheiten kommen.

Wer an Demenz leidet, vergisst schnell und kann sich schwer an Ereignisse oder Personen erinnern. Bei fortgeschrittener Demenz werden auch nahe Verwandte wie der eigene Ehegatte oder die Kinder nicht wiedererkannt, eine schwierige Situation für Angehörige wie für Pflegende. Verwirrtheit, Störungen von Gedächtnis und Konzentration, gedrückte (depressive) Stimmung, Schwindel, Ohrensausen und Kopfschmerzen sind die vielfältigen Symptome einer Demenz. Demenz Kranke werden Pflegefälle, am Pflegeheim führt oft kein Weg vorbei.

In wie weit kann Ginkgo biloba zur Behandlung von Demenz beitragen?

Das erste Anwendungsgebiet von Ginkgo biloba Blätter-Extrakt ist laut der Sachverständigen Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel die Demenz.

Die Behandlung von Demenz muss immer ganzheitlich erfolgen. Allein die Einnahme eines Medikaments, egal ob chemisch oder pflanzlich wird keinen Behandlungserfolg bringen. Es geht darum den Gedächtnisverlust zu verlangsamen und die Pflegebedürftigkeit möglichst lange hinauszuzögern. Das wird mit einem Programm aus Bewegungstherapie, Gedächtnistraining, gesunder Ernährung, fürsorglicher Zuwendung und Miteinbeziehen von Verwandten und Familie in die Therapie versucht.

Immer noch gelten die schulmedizinischen Medikamente CHE-Hemmer (Acetylcholinesterasehemmer) als Mittel der ersten Wahl zur medikamentösen Behandlung der Demenz. In einigen Studien konnte jedoch mittlerweile belegt werden, dass Ginkgo biloba Blätter-Extrakt genauso gut wirkt. Denn auch die CHE-Hemmer haben mäßige Erfolge, heilen wird die Demenz dadurch nicht.

Um den Behandlungserfolg mit einem Demenz-Medikament zu bewerten, gibt es verschieden Prüfungen:

  • Mittels Tests werden Leistungen wie Gedächtnis, Konzentration, Sprache und Satzbau bewertet.
  • Angehörige und Pflegende beobachten und dokumentieren beim Demenz-Kranken die Aktivität, das soziale Verhalten und die Pflegebedürftigkeit, von Toilettengängen bis zum Einkaufen und der Selbstverwaltung.
  • Der Arzt bewertet im Gespräch mit dem Demenz-Kranken und den Pflegekräften die Gehirnleistung, das Verhalten und die Alltagsaktivität.

Verbessert sich der Demenz-Kranke in zwei der drei Situationen in denen geprüft wird so gilt dies als Behandlungserfolg, zusammen mit anderen objektiven Instrumenten zur Auswertung.

Alzheimer Demenz-Kranke

Bei Alzheimer Demenz-Kranken ist zu wenig vom Botenstoff Acetylcholin im Gehirn vorhanden. Dieser Mangel an Cholin wird durch Ginkgo biloba ausgeglichen, da Ginkgo die Produktion von Acetylcholin fördert und die Zunahme von Andockstellen (Rezeptoren) für Acetylcholin im Gehirn. Ein ganz ähnlicher Mechanismus wie bei den schulmedizinischen CHE-Hemmern! Zudem wirkt der Ginkgo Extrakt schützend auf die Gehirnzellen und fördert die Durchblutung im Gehirn. Auch bei Sauerstoffmangel im Gehirn wie nach einem Schlaganfall kann Ginkgo biloba das Gehirn vor Schäden schützen. Hirnödeme (Wasseransammlungen im Gehirn) werden schneller absorbiert. Bei Alzheimer Kranken lagert sich das Eiweiß beta-Amyloid im Gehirn ab. Ginkgo biloba Extrakt kann den Zelltod, der durch diese „senilen Plaques“ normalerweise entsteht, vermindern.

Betrachtet man also die Schwierigkeit Demenz überhaupt mit einem Medikament zu beeinflussen, und die Tatsache dass CHE-Hemmer erhebliche Nebenwirkungen haben, so ist es unverständlich warum nicht Ginkgo biloba als pflanzliche Fertigarznei Mittel der Wahl zur Behandlung von Demenz ist. Zudem sind Ginkgo Präparate aus der Apotheke kostengünstiger als die teuren CHE-Hemmer.

Zur Demenz Behandlung sollte ein Ginkgo Fertigpräparat aus der Apotheke eingenommen werden. 240 mg Ginkgo biloba Blätter-Extrakt EGb 761 sollten täglich eingenommen werden. Kauft man ein Päckchen mit Ginkgo Tabletten à 120 mg so nimmt der Demenz Kranke morgens und abends 1 Tablette ein. Die Einnahme des Ginkgo Fertigpräparats bei Demenz sollte über mindestens 8 Wochen bis 3 Monate erfolgen.

Leider werden Ginkgo Präparate wie sie in Apotheken erhältlich sind für die Behandlung der Demenz im Anfangsstadium nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Erst bei fortgeschrittener Demenz gehört Ginkgo biloba Extrakt zu den wenigen pflanzlichen Medikamenten deren Kosten von den Krankenkassen erstattet werden.

Geschrieben von © Morgana Hack, Ärztin