Anbau des Ginkgo biloba

Angepasster, eigenwilliger Ginkgo
heilpflanze
Der Ginkgobaum wird heute weltweit angebaut. Ginkgo wird vielfältig genutzt, wie etwa zur Gewinnung des Ginkgo-biloba-Blätterextrakts für medizinische Zwecke, als Samenlieferant, Zierbaum oder als Nahrungsmittel. Der Heilpflanzen Anbau des Ginkgo biloba findet in Frankreich und den USA statt.

Angepasst

Der Ginkgobaum passt sich an fast jedes Klima der Welt an – von kalten nordischen Standorten bis hin zum subtropischen Klima. Er ist sehr widerstandsfähig gegen Luftverschmutzung, Waldbrände und Schädlingen und hat keine natürlichen Feinde. Sogar gegen atomare Strahlung kann er sich behaupten, wie er 1945/46 in Hiroshima bewies. Ginkgo biloba mag Sonne und Halbschatten, er ist winterhart und deshalb zur Kultivierung in Europa geeignet. Er kommt mit jeder Art von Boden zurecht, bevorzugt es aber wenn seine Erde mit etwas Sand versetzt wird. Staunässe verträgt Ginkgo biloba nicht, eher noch kommt er mit Trockenperioden klar. Am besten wächst er in gemäßigten Klimazonen wie in den USA mit über das ganze Jahre verteilten Niederschlägen.

Da die Nachfrage von Ginkgo biloba weltweit so groß ist, gibt es mittlerweile 28 Ginkgo biloba Züchtungen. Diese Sorten wurden in China kultiviert um Ginkgo besser anzubauen. So werden solche Ginkgo biloba Züchtungen schon nach 5 Jahren geschlechtsreif, was eine raschere Ernte der Samen ermöglicht, denn normale Ginkgobäume erreichen erst nach 25 bis 30 Jahren die Geschlechtsreife. Zuchtsorten des Ginkgo biloba werden oft über Pfropfung verbreitet um so die Ernte und den Ertrag an Ginkgo biloba Samen zu steigern. Dafür steckt man einer Jungpflanze einen Zweig einer bestimmten Zuchtsorte in eine Einkerbung am Stamm. Die Sorte „Dafushon“ bringt so einen jährlichen Ertrag von bis zu 100 kg Früchten auf einem 50 Jahre alten Ginkgobaum.

Vermehrung des Ginkgo biloba

Eigenwillig: die Fortpflanzung des Ginkgo biloba ist ein Kapitel für sich. Wieder zeigt sich, dass Ginkgo biloba eine Vermehrung zu eigen ist, die wir bei zeitgeschichtlich jüngeren Pflanzengattungen nicht mehr kennen, die jedoch auch nicht der Vermehrung der Sporenpflanzen entspricht, die zeitgeschichtlich älter sind.

Ginkgo biloba ist zweigeschlechtlich (zweihäusig) – es bedarf immer männlicher und weiblicher Bäume zur natürlichen Vermehrung von Ginkgo biloba. Ferner ist der Ginkgobaum Windbestäuber, seine weibliche Sporen sind jedoch Megasporen die in der Blüte verbleiben. Von März bis Mai blühen die Ginkgobäume. Dann bleiben die männlichen begeißelten Samenzellen an der weiblichen Blüte kleben und gelangen in die Pollenkammer der weiblichen Blüte. Die Verschmelzung von Samenzelle und Eizelle, die eigentliche Befruchtung, beginnt jedoch oft erst wenn die Blüte schon abgefallen und die „Frucht“ bereits am Boden liegt, von August bis September. Dann entwickelt sich schließlich der Keimling. Windbestäuber wie Koniferen keimen meist nur mit einem Keimblatt, Ginkgo biloba jedoch drückt sich mit zwei Keimblättern aus Mutter Erde im nächsten Frühjahr an das Tageslicht.

Häufig wird die Vermehrung des Ginkgo biloba über Stecklinge angewandt. Es werden 8-10 cm lange Stecklinge zurecht geschnitten mit drei Knoten im Holz aus einem Trieb vom selben Jahr. Diese Stecklinge von Ginkgo biloba werden nach Anwendung eines Hormons das gewährleistet dass sie Wurzeln treiben, in ein Substrat eingepflanzt.

Will man Ginkgo biloba über Samen vermehren, muss man etwas Geduld und Glück mitbringen, denn die Keimungsrate ausserhalb von Asien liegt zwischen 0 und 60%. Für die Ginkgo biloba Anzucht aus Ginkgo Samen sammelt man diese im Spätherbst unter weiblichen Bäumen. Das kann eine schmierige, unangenehm riechende Angelegenheit werden, denn die Samenhülle enthält Buttersäure, die bei Zerfall ranzig riecht. Die Samen müssen aus ihrer Samenhülle befreit werden. Vorsicht ist hierbei geboten, denn mit bloßen Fingern vollbracht, kann das zu Hautreizungen führen! Im darauffolgenden Frühjahr werden diese Samen in Erde mit Sand gesteckt und ausgesät und ein neuer Ginkgobaum kann wachsen.

Geschrieben von © Morgana Hack, Ärztin