Anwendung des Ginkgo biloba

Eine Heilpflanze mit großem Potential
heilpflanze
Traditionell wird Ginkgo biloba als Naturheilmittel schon seit 4000 Jahren angewandt. Die moderne, wissenschaftliche Kräutermedizin (rationale Phytotherapie) hat Ginkgo biloba seit den 1960er Jahren unter die Lupe genommen. Dabei haben sich eine Reihe von Anwendungen herauskristallisiert, die nicht unbedingt mit der traditionellen Anwendung von Ginkgo biloba übereinstimmen, jedoch wissenschaftlich weitgehend belegt werden konnten.

Eine Arzneimittelfirma experimentierte mit Trockenextrakten aus Ginkgo biloba Blättern. Bei Untersuchungen im Labor fiel den Wissenschaftlern besonders die durchblutungssteigernde Wirkung von Ginkgo biloba Blätter-Extrakt auf. 1965 wurde der erste Ginkgo Spezialextrakt in Deutschland registriert. Die Ginkgo Wirksamkeit wurde anhand dieser Ginkgo biloba Blätter-Extrakte weiter untersucht.

Die im Spezialextrakt aus Ginkgo biloba untersuchten Wirkungen beschränkten sich längst nicht auf die Förderung der Durchblutung. Man fand zudem eine Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes und eine heilsame Wirkung auf das Gehirn. Ginkgo bilboa schützt die Gehirnzellen, verbessert Gedächtnis und Lernvermögen und verringert den altersbedingten Abbau im Gehirn. Warum kann Ginkgo biloba diese Wirkung entfalten? Ginkgo biloba Inhaltsstoffe haben antioxidative Eigenschaften. Zudem wurde ein Mechanismus entdeckt, der „PAF-Antagonismus“ genannt wird und über einen speziellen Faktor das Blut dünner und besser fließen lässt.

Welche Inhaltsstoffe von Ginkgo biloba stehen für diese Wirkungen? Als wirksame Ginkgo Inhaltsstoffe fand man die Flavonoide, die auch in anderen Heilpflanzen vorkommen. Einzigartig und nur in Ginkgo biloba Blättern enthalten sind jedoch die Ginkgolide und das Bilabolid, das den Schutz der Gehirnzellen bewirkt. Diese Ginkgo Inhaltsstoffe können auch gut vom Körper aufgenommen werden. Um den Ginkgo biloba Blätter Extrakt noch wirksamer zu machen, konzentrierten die Wissenschaftler deshalb Ginkgolide und Bilabolid und reduzierten die schädliche Ginkgolsäure so entstanden die Ginkgo Spezialextrakte EGb 761 und LI1370.

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Die wissenschaftlichen Anwendungsgebiete von Ginkgo biloba sind:

  • Behandlung von Leistungsstörungen die durch Abbau im Gehirn verursacht werden. Darunter fällt die Demenz, die bei alten Menschen sehr häufig vorkommt. 1,3 Millionen Menschen sind in Deutschland von Demenz betroffen, die häufigste Form ist die Alzheimer-Demenz.
  • Verbesserung des Lernens und der mentalen Leistungsfähigkeit auch bei Gesunden.
  • Die arterielle Verschlusskrankheit der Blutgefäße in den Beinen (PAVK). Betroffene können nur kurze Strecken laufen, bevor sie vor Schmerzen in den Beinen stehenbleiben müssen. Man nennt diese Krankheit deshalb auch „Schaufensterkrankheit“.
  • Schwindel (Vertigo)
  • Tinnitus, das „Ohrensausen“

Traditionelle Ginkgo Anwendung

Auch heute noch wird Ginkgo biloba von TCM-Medizinern zur Kräutertherapie verordnet. Traditionelle Anwendungsgebiete von Ginkgo biloba Samen und Wurzeln sind Verdauungsbeschwerden, Asthma, Husten, Tuberkulose, Blasenentzündungen und Regelschmerzen.  Warum kommt die Traditionelle Chinesische Medizin auf so unterschiedliche Anwendungen? Man muss berücksichtigen, dass die Samenkerne und Wurzeln von Ginkgo biloba im Vergleich zu den Blättern unterschiedliche Inhaltsstoffe enthalten, unter anderem viel mehr Ginkgolsäure. Für die Ginkgolsäure wurde eine Wirkung bei Tuberkulose, jedoch auch schädliche Wirkungen im Körper in modernen Laboruntersuchungen nachgewiesen.

Für eine bessere Durchblutung werden traditionell Ginkgo Blätter in der chinesischen Volksmedizin empfohlen. Dieses Ginkgo Anwendungsgebiet stimmt mit der modernen Kräutermedizin überein.

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Einnahme und Nebenwirkungen

Eine Behandlung mit dem modernen Ginkgo biloba Blätter-Extrakt hat selten Nebenwirkungen. Es können leichte Magen-Darm Beschwerden, Kopfschmerzen und Allergien wie Hautausschläge auftreten. Menschen, die Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen, sollten eine gleichzeitige Einnahme von Ginkgo Präparaten vorher mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Ginkgo biloba sollte nur als Fertigarzneimittel eingenommen werden. Von der Einnahme von Ginkgo Tees oder Ginkgo Tinkturen darf man sich keine medizinische Wirkung versprechen. Ginkgo Fertigpräparate aus dem Ginkgo biloba Spezialextrakt sind in der Apotheke als Kapseln, Dragees oder Tabletten erhältlich.

Zur Behandlung der Demenz wird eine Dosierung von Ginkgo biloba Blätter-Extrakt in Höhe von 240 mg pro Tag und eine Anwendungsdauer von mindestens 8 Wochen bis 3 Monaten empfohlen. Zur Behandlung von anderen Leistungsstörungen, von Schwindel und Tinnitus oder der PAVK (Durchblutungsstörungen der Beine) ist eine tägliche Dosis von 120 – 160 mg ausreichend. Auch hier sollte die Einnahme eines entsprechenden Ginkgo Präparates aus der Apotheke über mindestens 6 bis 8 Wochen erfolgen.

Geschrieben von © Morgana Hack, Ärztin